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» Freitag | 13. Mai 2022

Selbstbewusst moderne Gestaltung an historischem Ort

Die Südseite des Block IV in der Potsdamer Mitte erhält ihr Gesicht

Für die insgesamt acht neuen Gebäude an der Südseite des Block IV hat die Kommission zur Auswahl der Architekturentwürfe aus 18 Entwürfen die künftige Gestaltung ausgewählt. Entlang der Erika-Wolf-Straße, also der Straße, die zwischen den Blöcken III und IV liegt, befinden sich sieben dieser Gebäude: vom modern interpretierten „Achtecken-Haus“ an der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße, über die direkt daneben liegende „Fuge“, bis hin zur sogenannten Leitfassade nach historischem Vorbild an der Ecke zum Alten Markt. Das achte Gebäude schließt sich in Richtung Los 2 in der Anna-Flügge-Straße an. Während in den Erdgeschossen überwiegend gastronomische und gewerbliche Nutzungen geplant sind, wird darüber gewohnt: hier wird es mietpreisgedämpfte Wohnungen und auch große Wohnungen mit 4- und 5-Zimmern zum Beispiel für Familien geben.

Die Entwürfe zeigen neben der historischen Rekonstruktion zeitgenössische und moderne Architektur. Die Arbeiten haben mit ihrer Qualität und eigenständigem Charakter überzeugt. Zusammen bilden sie einen vielschichtigen Spannungsbogen. Die Architekten der Bauherren Dr. Wulf Böttger und Daniel/Rothkegel kommen u.a. aus dem Raum Köln/Bonn, aus Berlin und aus Potsdam.

„Mit der Entscheidung der Auswahlkommission gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Neue Mitte im Zentrum unserer Stadt“, erklärt Mike Schubert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam. „Hier entsteht öffentlicher Raum für Potsdamerinnen und Potsdamer ebenso wie für Gäste: für Kultur und Vergnügen, für Cafés, Restaurants und Einzelhandel, aber auch – und das ist ganz besonders wichtig – für sozialverträgliches Wohnen im Herzen der Stadt. Mit der nun ausgewählten Architektur wird die Tradition aufgenommen, ohne im Gestern zu verharren. Modernität wird geschaffen, ohne die städtische Baugeschichte zu ignorieren. Unsere Innenstadt bekommt ein unverwechselbares Gesicht und lebendige Quartiere.“

Das Grundstücksvergabeverfahren mit seiner Kombination aus Nutzungs- und Baukonzepten hat die Voraussetzungen für qualitätsvolles Bauen geschaffen. „Wir hatten in der Auswahlkommission die Qual der Wahl. Wir haben alle Arbeiten in einer fundierten Debatte erörtert und sind zu einem einvernehmlichen Ergebnis gekommen mit dem wir sehr zufrieden sind“, freut sich Uli Hellweg, Moderator des Verfahrens und bekannter Städtebauexperte. Die Fachgutachter der Kommission haben gemeinsam mit den Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie den Bauherren alle Konzepte intensiv geprüft. „Am Ende werden die nun ausgewählten Architekturentwürfe das Gesicht des Block IV prägen“, stellt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, fest. „ Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine lebendige, bewohnte und urban durchmischte Innenstadt. Damit wird die Neugestaltung dieses öffentlichen Raums ganz maßgeblich dazu beitragen, wie die Potsdamer*innen ihre Potsdamer Mitte wahrnehmen und mit Leben füllen.“

Die gestalterischen und wohnungspolitischen Ziele für die Potsdamer Mitte werden sich nun auch an dieser Stelle umsetzen lassen. „Wir bedanken uns ausdrücklich bei den Bauherren, Daniel & Rothkegel GbR und Dr. Wulff Böttger Immobilien, die sich auf die herausfordernden Aufgaben dieser Konzeptvergabe eingelassen und den Prozess sehr konstruktiv begleitet haben,“ erklärt Sigrun Rabbe, Geschäftsführerin der Sanierungsträger Potsdam GmbH. Mit der Auswahl dieser Entwürfe ist der Prozess einen wichtigen Schritt weiter, aber noch nicht an seinem Ende angekommen. „Unser Ziel ist es, dass sich die Kräne hier ab 2024 drehen. Dafür müssen jetzt die Arbeiten bis zur Genehmigungsplanung ausgearbeitet und die Baulogistik abgestimmt werden. Außerdem stehen noch die Baukonzepte für die Lose 1 und 2, über die im 1. und 2. Quartal 2023 entschieden wird, aus“. Auf dem Los 1 wird die ProPotsdam entlang der Friedrich-Ebert-Straße soziale Wohnungsangebote und Erweiterungsflächen für das Bildungsforum, konkret die Kinderbibliothek und Volkshochschule, schaffen. In der Anna-Flügge-Straße realisiert das Studentenwerk Wohnangebote für Studierende. (awk)




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