Sanierungsträger Pro Potsdam

2. Abschnitt »Straßen und Plätze«

Der zweite Abschnitt umfasste die Herstellung der Straßen und Plätze sowie den Leitungsbau.

Die Umgestaltung der Straßen und Plätze erfolgte unter der Maßgabe der Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss. Gemäß Gestaltungskonzept sind die Platzanlagen und Raumbezüge herzustellen. Hierbei spielen Höhenabwicklungen, Materialien und Bord-führungen eine große Rolle. Heute kaum noch nachvoll-ziehbar ist die bereits erfolgte Absenkung des gesamten Bereiches am Alten Markt um bis zu 1,60 m. Dadurch entstehen die ehemals vorhandenen historischen Höhen-bezüge des Alten Marktes zu seinen Platzrändern, zum Steubenplatz im Westen und dem Lustgarten im Süden wieder.

Die historischen Platzanlagen sind mit einheitlichem Großpflaster neu gestaltet, wie es bereits am Alten Markt verlegt wurde. Die Gehwege sind mit einer Granitplattenbahn ausgestattet, die in Mosaikpflaster eingebettet ist. Die Anforderungen an die Ausführung sind hoch. Die neugestalteten Flächen sollen möglichst wartungsarm den Belastungen durch schwere Fahrzeuge standhalten, sich aber auch in das historische Stadtbild einfügen und zugleich bequem für flanierende Touristen und sportliche Radfahrer sein. Diese Ansprüche können nur umgesetzt werden, in dem ein neuer Granitstein gewählt wurde, der eine ebene, aber nicht glatte Oberfläche hat.

Der Wunsch nach einer einheitlichen Platzfläche, die allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt zur Verfügung steht, muss auch den Ansprüchen an die Verkehrs-sicherheit genügen. So wird die Straßenbahn- und Bustrasse durch eine 3 cm hohe Kante und in den Wartebereichen durch Rillenplatten kenntlich gemacht. Die Fahrbahn im Platzbereich ist durch eine Pflastergosse in ihrem Verlauf markiert.

» FILMMUSEUMSVORPLATZ

Die Flächen vor dem Marstall haben das gleiche Material wie der Lustgarten erhalten. Auch die Bushaltestelle und die Straßenbahntrasse im Bereich des Lustgartens sind mit der hellen Betonplatte gestaltet, die sich hier durch kleinere Formate von der übrigen Platzfläche abhebt. Viel diskutiert wurde die Umgestaltung der Flächen vor dem ehemaligen Marstall, die sich nach erfolgtem Straßen-umbau erheblich vergrößert haben. Es galt zu ent-scheiden, ob die neue Gestaltung dem historischen Vorbild des Paradeplatzes folgend mit nur einem Material versehen wird, um den langen Baukörper des überaus reich gegliederten Marstallgebäudes voll zur Geltung kommen zu lassen oder den Forderungen der Nutzer zu entsprechen. Diese wünschten eine Platzgestaltung die eine größere Aufenthaltsqualität ermöglicht. Im Ergebnis erhielt der Platz ähnlich der vorherigen Gestaltung drei Rasenparterres, die zum Gebäude hin abgesenkt und durch Sitzstufen eingefasst sind. Die vorhandenen Bäume konnten in die neue Gestaltung integriert werden. Das Café am Filmmuseum erhielt einen großzügigen Platz für seine Außengastronomie.  

Eine weitere Fassung erhält der Platz durch den Lust-gartenzaun, welcher in Anlehnung an das historische Vorbild errichtet wurde.


ZAUN | PLANUNG
» WES & Partner und Krafft Wehberg, 
   Berlin/Hamburg

BAU
» Denkmalpflege Mühlhausen - 
   Huschenbeth GmbH & Co. KG, Mühlhausen

BAUÜBERWACHUNG
» Merkel Ingenieur Consult GmbH, Potsdam


PLATZFLÄCHE | PLANUNG: 
» Merkel Ingenieur Consult GmbH, Potsdam 
   i.V.m. WES & Partner und Krafft Wehberg, 
   Berlin/ Hamburg

BAU
ARGE Potsdam Mitte – Straßen- und Leitungsbau 

bestehend aus: 
» beton & rohrbau – C.F. Thymian GmbH & Co. KG, 
   Potsdam
» Eurovia VBU GmbH, NL Potsdam, Michendorf
» TRP Bau GmbH, Stahnsdorf
» B.E.S.T.BAU – Erd-, Straßen- und Tiefbau, Potsdam
» TEG Tiefbau und Erschließung GmbH, Glindow
» Frey Bauunternehmen GmbH, Potsdam

» Abb. oben: Gestaltungskonzept, 2008 (Krafft-Wehberg i.V.m. WES & Partner/A. Stadler)


» Detail Pflaster Alter Markt (Sanierungsträger Potsdam, Foto: A. Stadler)


» Plan Gestaltung Filmmuseumsvorplatz (Krafft-Wehberg i.V.m. WES & Partner)

» Abschlussgitter am Lustgarten 


» LEITUNGSBAU

Voraussetzung für die Verlegung der Straßen und die höhenmäßige Einbindung in den historischen Bestand ist die Verlegung zahlreicher Wasser-, Regenwasser-, Schmutzwasser-, Gas- und Fernwärmeleitungen sowie Telefontrassen. Damit wurde die Erschließung der neuen Baufelder gesichert und die Kabeltrassen unter den Gehwegen gebündelt.  

Insgesamt wurden ca. 450 m Fernwärme-, 600 m Wasser-, 800 m Regenwasser-, 240 m Schmutzwasser- und 500 m Gasleitung sowie 2.000 m Elektrokabel umverlegt. Zusätzlich wurden ein unterirdisches Verteiler-bauwerk für Fernwärme und weitere 3 Regenwasser-staukanäle notwendig mit insgesamt 135 m3 Bau-volumen. 

Die Ausführung dieses Bauabschnittes erfolgte durch die ARGE Potsdam Mitte – Straßen- und Leitungsbau. Sie ging als günstigster Bieter aus dem europaweiten Vergabeverfahren hervor.


PLANUNG
» Energie und Wasser Potsdam GmbH, Potsdam
   i.V.m. Merkel Ingenieur Consult, Potsdam
» Gneise 66 – Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH, Berlin 
» T-COM, Stahnsdorf

BAU
ARGE Potsdam Mitte – Straßen- und Leitungsbau 

bestehend aus: 
» beton & rohrbau – C.F. Thymian GmbH & Co. KG, 
   Potsdam
» Eurovia VBU GmbH, NL Potsdam, Michendorf
» TRP Bau GmbH, Stahnsdorf
» B.E.S.T.BAU – Erd-, Straßen- und Tiefbau, Potsdam
» TEG Tiefbau und Erschließung GmbH, Glindow
» Frey Bauunternehmen GmbH, Potsdam

BAUÜBERWACHUNG:     
» Merkel Ingenieur Consult GmbH, Potsdam
» Energie und Wasser Potsdam GmbH, Potsdam
» Stadt + Verkehr, Ingenieurbüro Terfort, Potsdam

 


» Leitungsbau neben der Friedrich-Ebert-Straße (Sanierungsträger Potsdam, Foto: A. Stadler)


» Leitungsbau Schloßstraße Ecke Friedrich-Ebert-Straße (Sanierungsträger Potsdam, Foto: A. Stadler)