Sanierungsträger Pro Potsdam

Verkehr Potsdamer Mitte

VERKEHRSNEUORDNUNG

Grundvoraussetzung für die Wiederherstellung des historischen Stadtgrundrisses in der Potsdamer Mitte ist die Neuordnung der Verkehrsanlagen. Dazu gehören der Rückbau der Friedrich-Ebert-Straße, die Verschwenkung der Breiten Straße und der Neubau eines Brückenzuges für den öffentlichen Personennahverkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer. Ein erster Schritt auf dem Weg zum historischen Stadtgrundriss war die Tieferlegung des Alten Marktes. Er erhielt eine neue Gestaltung auf dem historischen Höhenniveau.

Im Februar 2008 fiel mit dem 1. Spatenstich für den Brückenneubau der Startschuss für die umfangreichen Baumaßnahmen. Die Gleisbauarbeiten zwischen Platz der Einheit und Alter Markt begannen im Sommer 2008. Nach 18 Monaten Bauzeit wurden die neuen Brückenbauwerke fertiggestellt und dem Verkehr übergeben. So konnte am 31. August 2009 die erste Straßenbahn über den neuen Brückenzug rollen. Ausgehend vom Leitgedanken „Sprung über die Havel“ bestehen die neuen Brücken aus einem großen Bogen über die Neue Fahrt und drei sich proportional verkleinernden Bögen über die Alte Fahrt. Die Erneuerung der weiterhin bestehenden Brücken für den KfZ-Verkehr erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. 

Auch der Umbau der Breiten Straße im Bereich des Lustgartens ist fertiggestellt. Durch den Wegfall der Abbiegebeziehung in die Friedrich-Ebert-Straße konnte die Fahrbahnbreite deutlich verringert werden. Zudem wurde die Fahrbahn dichter an das Hotelhochhaus verschwenkt, um das Baufeld für den neuen Landtag freizulegen. Westlich des Lustgartens wurde die Breite Straße durch beidseitig gepflanzte Straßenbäume aufgewertet. Der Straßenquerschnitt der Friedrich-Ebert-Straße wird gegenüber dem Zustand der 1990er Jahre um mehr als die Hälfte reduziert. Verbunden mit den Straßenbauarbeiten waren umfangreiche Medienumverlegungen und baubegleitenden archäologischen Grabungen. 

Durch den Wegfall des Durchgangsverkehrs in der Friedrich-Ebert-Straße entstehen wieder stadträumliche Qualitäten, welche zu DDR-Zeiten verbaut wurden. So ist der Vorplatz des Filmmuseums und der Bereich nördlich des Marstalls fertiggestellt worden. Zwischen Landtagsneubau und Marstall entstand der Steubenplatz in neuer Gestalt nach Abschluss der Hochbauarbeiten für den Landtag. 

Die Besonderheiten dieser Baumaßnahmen lagen darin, dass es sich um eine der verkehrsreichsten Kreuzungen in Potsdam, mit hoher Fußgänger- und Radfahrerdichte handelt. All die dazugehörenden Maßnahmen wurden bei laufendem Betrieb nach einem komplexen Logistikkonzept durchgeführt. Daher war die Gesamtmaßnahme in drei Baueinheiten gegliedert. Später kam der 4. Abschnitt "Freundschaftsinsel" noch hinzu.

Finanziert wurden die Verkehrsumbaumaßnahmen mit Fördermitteln aus den Programmen des Landes Brandenburg: Städtebaulicher Denkmalschutz (D-Programm), öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), kommunaler Straßenbau (KStB), sowie durch Mittel aus dem Hauptstadtvertrag und Haushaltsmitteln der Landeshauptstadt.

GESAMTPROJEKTSTEUERUNG UND PROJEKTLEITUNG: 

» Sanierungsträger Potsdam GmbH - im Unternehmensverbund PRO POTSDAM -
» GIW, Potsdam
» Ingenieurbüro Schürmann, Potsdam 

» 1. Spatenstich Neubau Brücke für Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV neben der Langen Brücke, 28.02.2008 (Sanierungsträger Potsdam, Foto: H. Hirsch)


» Knoten Breite Straße – Friedrich-Ebert-Straße, August 2008 (Sanierungsträger Potsdam, Foto: A. Stadler)


» Übersichtsplan Bauabschnitte (Sanierungsträger Potsdam, Grafik: A. Stadler)